Jana Cisar, Filmproduzentin

Jana Cisar, Filmproduzentin

Jana Cisar, Filmproduzentin

Im Gebäude der Tschechischen Botschaft in Berlin, das 1974-1978 in der damaligen DDR errichtet wurde und ein herausragendes Beispiel des brutalistischen Architekturstils ist, befindet sich das Tschechische Zentrum, in dem Petrov mich fotografierte. Ich bin in der Tschechoslowakei geboren und wuchs später in Westdeutschland auf. Als die Botschaft gebaut wurde, gab es den Eisernen Vorhang und den Kalten Krieg. Und dieses umstrittene Gebäude, das seinem immer wieder diskutierten Abriss trotzt, ist für mich ein Zeugnis der damaligen Zeit, und ein Ort, an dem ich etwas in mir Abwesendes empfinde- ein zwiespältiger Herzensort.

cisarfilm.de

photo taken at Tschechisches Kulturzentrum, June 2016

© petrov ahner

Dr. Marc Wellmann, Kurator

Dr. Marc Wellmann, Kurator

Dr. Marc Wellmann, Kurator

Als ich Kind war in West-Berlin, war der Teufelsberg von einem weißen Schloss bekrönt, in dem die Ritter wohnten. Das Schloss verwandelte sich später unter dem Einfluss der “Star Wars”-Saga in eine Raumstation. Und als ich langsam begriff, in welcher Welt wir lebten, wurde die NSA-Abhörstation zum weithin sichtbaren Herrschaftssymbol der amerikanischen Besatzung. Man muss dazu aber auch wissen, dass Berlins höchste Erderhebung (120 Meter!) ein Trümmerberg ist, der auf dem Rohbau einer von Albert Speer geplanten Wehrtechnischen Fakultät aufgeschüttet wurde. An diesem Ort sind die Hybris des Nationalsozialismus, das Inferno des Zweiten Weltkriegs und die weltpolitischen Spannungen des Kalten Krieges gleichsam materiell miteinander verbunden.

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Martin Fuge, Lehrer

Martin Fuge, Lehrer

Martin Fuge, Lehrer

Einer meiner Lieblingsmomente in Berlin: Kants Ampel am Heinrichsplatz

Zur Abschlusskundgebung des Kreuzberger CSDs, der in den letzten Jahren zumeist transgenialer genannt wird, ist der Heinrichplatz für den Straßenverkehr abgesperrt. Nichtsdestotrotz bleibt die Ampel eingeschaltet. Und während wir uns in revolutionären Reden üben, patriarchatskritischen Showeinlagen zuschauen, Flüchtlinge willkommen heißen und alles in allem überzeugt davon sind, dass eine queere Welt eine bessere Welt wäre, gemahnt uns die Ampel gleichsam in preußisch-kantianischer Pflichterfüllung, die vor sinnfreien Aufgaben nicht zurückschreckt, daran, dass leider morgen oder spätestens übermorgen wieder der ganz normale Wahnsinn einer heteronormativ strukturierten Welt auf uns losgelassen wird – und uns zu einem Teil ihrer selbst macht.

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Lars Dreiucker, Philosoph & Kurator *1983

Lars Dreiucker, Philosoph & Kurator *1983

Lars Dreiucker, Philosoph & Kurator *1983

“Im Winter wenn die Seen zufrieren
schlägt die Stunde des Ausländers
sein Platz, wenn das Eis
zum ersten Mal begangen wird,
ist an der Spitz
der Expedition.

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