Bernhard Kempen, Autor, Übersetzer & Kabarettist

_mg_2642

Bernhard Kempen, Autor, Übersetzer & Kabarettist

 

Babsi’s Walk on the Wild Side

Bernhard kam einst aus dem platten Land
In die Stadt, die West-Berlin genannt.
Studiert ne Weile, hat ne Frau,
Lässt sich scheiden, ja genau.
Sagt: Hey babe, take a walk on the wild side!
Sagt: Hey Mann, ich geh heut mal ins DarkSide!

Continue reading

Stella Ahangi, Sängerin & Künstlerin

_mg_1554

Stella Ahangi, Sängerin & Künstlerin

Geboren in einer bedeutenden westeuropäischen Metropole, zog es mich im Jahre 2010 gen Osten, nach Berlin. Und hier bin ich nun, atme, lebe, singe, lache und genieße die Freiheit dieser wunderbaren Stadt. Sie hat mich mit offenen Armen empfangen und ich war einmal nicht widerspenstig und habe mich umarmen lassen. Und immer noch becirct sie mich mit ihren Gegensätzen und Möglichkeiten. Sie hat mich einen Traum erfüllen lassen, nämlich ein Festival für europäische Frauenstimmen, die Berliner Feminale. Diese Idee hatte ich vor etlichen Jahren, wohl geprägt von meiner Liebe zu Europa und zu weiblichen Stimmen.. In Berlin fand ich sowohl die passende Kooperationspartnerin, als auch die perfekte Location für dieses (noch) kleine, aber feine Festival. Und da ich eine Träumerin bin, hoffe ich, bleibe ich, atme, singe und lache ich weiter.

stellaahangi.de

Photo taken at Stella’s apartment, Spandau, July 2016

© petrov ahner

CHTO-Camille de Toledo, Autor, Künstler & Kurator

_MG_0827

CHTO-Camille de Toledo, Autor, Künstler & Kurator

Damn it ! You ask me why I moved to Berlin ? There are so many reasons, I could write a whole novel actually. Surely also my three kids would enjoy it, since they asked, when we left lovely, elegant Paris a couple of years ago. And yet, I don’t know, it seems unnecessary to explain. You just have to live here for a while, I guess you get the answer then. Of course, there is the German language, that makes you feel like a Syrian refugee for a while, I mean, it kind of leaves you there, on the side-walk, under a rain of grammatical guilt. But, hey, who will not be a refugee in the future anyhow ?

Continue reading

Jana Cisar, Filmproduzentin

_MG_8163

Jana Cisar, Filmproduzentin

Im Gebäude der Tschechischen Botschaft in Berlin, das 1974-1978 in der damaligen DDR errichtet wurde und ein herausragendes Beispiel des brutalistischen Architekturstils ist, befindet sich das Tschechische Zentrum, in dem Petrov mich fotografierte. Ich bin in der Tschechoslowakei geboren und wuchs später in Westdeutschland auf. Als die Botschaft gebaut wurde, gab es den Eisernen Vorhang und den Kalten Krieg. Und dieses umstrittene Gebäude, das seinem immer wieder diskutierten Abriss trotzt, ist für mich ein Zeugnis der damaligen Zeit, und ein Ort, an dem ich etwas in mir Abwesendes empfinde- ein zwiespältiger Herzensort.

cisarfilm.de

photo taken at Tschechisches Kulturzentrum, June 2016

© petrov ahner

Dr. Marc Wellmann, Kurator

_MG_6391

Dr. Marc Wellmann, Kurator

Als ich Kind war in West-Berlin, war der Teufelsberg von einem weißen Schloss bekrönt, in dem die Ritter wohnten. Das Schloss verwandelte sich später unter dem Einfluss der “Star Wars”-Saga in eine Raumstation. Und als ich langsam begriff, in welcher Welt wir lebten, wurde die NSA-Abhörstation zum weithin sichtbaren Herrschaftssymbol der amerikanischen Besatzung. Man muss dazu aber auch wissen, dass Berlins höchste Erderhebung (120 Meter!) ein Trümmerberg ist, der auf dem Rohbau einer von Albert Speer geplanten Wehrtechnischen Fakultät aufgeschüttet wurde. An diesem Ort sind die Hybris des Nationalsozialismus, das Inferno des Zweiten Weltkriegs und die weltpolitischen Spannungen des Kalten Krieges gleichsam materiell miteinander verbunden.

Continue reading

Martin Fuge, Lehrer

_MG_5954

Martin Fuge, Lehrer

Einer meiner Lieblingsmomente in Berlin: Kants Ampel am Heinrichsplatz

Zur Abschlusskundgebung des Kreuzberger CSDs, der in den letzten Jahren zumeist transgenialer genannt wird, ist der Heinrichplatz für den Straßenverkehr abgesperrt. Nichtsdestotrotz bleibt die Ampel eingeschaltet. Und während wir uns in revolutionären Reden üben, patriarchatskritischen Showeinlagen zuschauen, Flüchtlinge willkommen heißen und alles in allem überzeugt davon sind, dass eine queere Welt eine bessere Welt wäre, gemahnt uns die Ampel gleichsam in preußisch-kantianischer Pflichterfüllung, die vor sinnfreien Aufgaben nicht zurückschreckt, daran, dass leider morgen oder spätestens übermorgen wieder der ganz normale Wahnsinn einer heteronormativ strukturierten Welt auf uns losgelassen wird – und uns zu einem Teil ihrer selbst macht.

Continue reading