Kreative Vagabunden
Ich wollte nie Teil einer Jugendbewegung sein. Die Art, wie ich mein Label gründete, und wie ich meine Musik mache und schreibe war und ist genauso, wie man es eigentlich nicht machen sollte. Es ist wie eine Sucht, immer weitermachen zu wollen. Ich weiß, dass ich bestimmt einige Dinge heute anders machen müsste. Auf der anderen Seite finde ich, war es genau der richtige Weg, denn so wie ich hat es, glaube ich, noch keiner gemacht. In Berlin lebt man einfach nur in einer komplett anderen Realität. Einer Realität, die im Grunde an der so genannten normalen Realität vorbeilebt. Und was ist eigentlich normal? Normal ist doch eigentlich nur, was man selbst als Normalität bezeichnet und verinnerlicht, nicht, was einem als allgemeingültige Normalität auferlegt wird. Ich kann es zum Beispiel nicht als normal bezeichnen, vor 2 bis 3 Uhr nachts schlafen zu gehen, eher später, und in der Regel nicht mehr als vier bis fünf Stunden zu schlafen. Nur weil 80 Prozent einer nicht zu akzeptierenden, sich selbst demokratisch
nennenden Gesellschaftsform diese Punkte als normal bezeichnen, heißt dies noch lange nicht, dass es auch einer annehmbaren Normalität entspricht. Vielleicht leben diese 80 Prozent auch in einer falschen Realität??




