Author Archives: petrovahner

About petrovahner

Ich habe meine Leidenschaft, die Fotografie, zu meiner Profession gemacht und in München und Miami mit der Modefotografie ein Betätigungsfeld gefunden, dem ich mich 2 Jahrzehnte lang widmete. Mit meinem Umzug 1994 nach Paris, in die Stadt des Luxus und der Mode, habe ich mir nicht nur einen Wunsch erfüllt, sondern auch den Grundstein für meinen beruflichen Erfolg gelegt. Leidenschaftlich habe ich für namhafte Designer, Labels und Agenturen gearbeitet. Dabei war es mir wichtig, das Modell und die Mode als eine perfekte Symbiose von Natürlichkeit und künstlerischer Gestaltung ins rechte Licht zu setzen. In dieser Zeit entwickelte sich auch mein Interesse an der Portrait-Fotografie – das Gesicht als Momentaufnahme in seiner natürlichen Perfektion einzufangen. Seit 2009 habe ich meinen Wirkungskreis in Berlin. Damit hat nicht nur eine räum- liche Veränderung stattgefunden, sondern auch eine künstlerische. Das menschliche Gesicht fasziniert mich mehr und mehr und rückte zunehmend in den Fokus meiner Arbeiten. Mit meinem Projekt BERLIN BEAUTY habe ich dieser Faszination eine Form und einen Namen gegeben. Nicht die perfekte Schönheit steht im Mittelpunkt meiner Arbeiten, sondern das menschliche Gesicht als Ausdruck einer Lebensgeschichte, eines gelebten Lebens mit all seinen Höhen und Tiefen, und dies in einer Stadt, die selbst auch Höhen und Tiefen erlebte und erlebt, in einem stetigen Wandel begriffen ist und dadurch nie das Stadium des Fertigen, Wohlgeformten bekommt, nie etwas Statisches hat, obwohl es Kontinuitäten gibt und Bleibendes. Ein Gesicht und das Festhalten im Foto ist für mich mehr als lediglich Abbild des Perfekten zu schaffen. Es ist für mich das Festhalten eines momentanen Zustands, einer dem Augenblick verhafteten Stimmung, einer flüchtigen Emotion, Ausdruck eines gelebten Lebens. Wie ich mit Berlin Beauty Zeitzeuge Berlins und eines menschlichen Lebens bin, will ich auch mit persönlichen Projekten wie Out of The Dark / Kunsthaus Tacheles / Paris Bar / Warschauer Brücke den Puls meiner Zeit und der Stadt Berlin einfangen und in ihrer Vergänglichkeit festhalten, aber auch etwas Bewahrtes für die Zukunft schaffen.

Ercan Yasaroglu, Besitzer Café Kotti & Sozialarbeiter

Ercan Yasaroglu, Besitzer Café Kotti & Sozialarbeiter

Ercan Yasaroglu, Besitzer Café Kotti & Sozialarbeiter

“So geht es nicht weiter mit der Provokation Raum Kotti !

Die Situation am Kottbusser Tor in Kreuzberg hat in letzter Zeit bundesweit Aufmerksamkeit ausgelöst. Auch wenn die oft reißerische Berichterstattung den falschen Eindruck erweckt, der „Kotti“ sei eine Art Kriegsgebiet, nimmt die Kriminalität an diesem Ort, ebenso wie in anderen Teilen von Kreuzberg und Friedrichshain, bedrohliche Züge an. Wir als Gewerbetreibende am Kottbusser Tor haben über Jahrzehnte in einem sozial nicht immer einfachen Umfeld gelebt. Unsere Geschäfte zeugten von großer Initiative und haben das Viertel stabilisiert. Jetzt allerdings werden intaktes Zusammenleben und Sicherheit im Kiez stark in Mitleidenschaft gezogen, weil kriminelle Banden Angst und Schrecken verbreiten. Seit über einem Jahr sind Raub und Körperverletzung buchstäblich an der Tagesordnung; Frauen und Homosexuelle werden sexuell belästigt. Wer „angetanzt“ wird und sich wehrt, muss mit Schlägen und Messerstichen rechnen. Teile der Täter haben unmittelbar nach den Anschlägen in Paris schamlos vor Freude auf der Strasse getanzt – die islamistische Tendenz birgt ein zusätzliches Drohpotential.

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Jörg Hasheider, Künstler & Kurator

Jörg Hasheider, Künstler & Kurator

Jörg Hasheider, Künstler & Kurator

Als ich 1985 nach Berlin zog, war SO 36 das Herz der Revolte. Die anarchische Energie der Häuserkämpfe schwappte nach 89 in die Ostberliner Freiräume und schlug sich tapfer in der Club-und Kunstszene. So langsam scheint ihr die Puste auszugehen, aber an ihrem Ausgangspunkt spürt man noch ihr Potenzial.

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Tom Strohschneider, Journalist & Autor

Tom Strohschneider, Journalist & Autor

Tom Strohschneider, Journalist & Autor

Meine Baustelle

Wenn ich ein übergreifendes, immergültiges Wort für diese Stadt finden müsste, dann wäre es: Baustelle. Ich bin in den östlichen Randbezirken aufgewachsen, als diese sich wie ausgekippte Flüssigkeit mit immer neuen Wohngebieten über die letzten dort noch vorhandenen Äcker ergossen. Man konnte wunderbar zwischen Betonplatten und Stahlresten spielen. Später wohnte ich in Stadtteilen, in denen jeden Tag ein neues Haus eingerüstet wurde, alles musste »modernisiert« werden, vieles wurde dadurch nicht schöner, sondern nur glatter. Und teurer. Irgendwann begriff ich, dass Berlin ohne Baustellen gar nicht existieren kann, Bauen ist die Lebensform dieser Stadt, die nicht fertig werden kann und will. Und die Baustellen hervorbringt wie Muttermale – selbst dort, wenn es gar nichts zu bauen gibt. Vor meinem Fenster in Kreuzberg liegt seit ein paar Jahren ein mit Warnplanken eingehegter Schutthaufen, überwacht von einem Baustellenschild. Zu seinem nächsten Geburtstag bringe ich ihm Blumen mit.

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Bernhard Kempen, Autor, Übersetzer & Kabarettist

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Bernhard Kempen, Autor, Übersetzer & Kabarettist

 

Babsi’s Walk on the Wild Side

Bernhard kam einst aus dem platten Land
In die Stadt, die West-Berlin genannt.
Studiert ne Weile, hat ne Frau,
Lässt sich scheiden, ja genau.
Sagt: Hey babe, take a walk on the wild side!
Sagt: Hey Mann, ich geh heut mal ins DarkSide!

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Stella Ahangi, Sängerin & Künstlerin

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Stella Ahangi, Sängerin & Künstlerin

Geboren in einer bedeutenden westeuropäischen Metropole, zog es mich im Jahre 2010 gen Osten, nach Berlin. Und hier bin ich nun, atme, lebe, singe, lache und genieße die Freiheit dieser wunderbaren Stadt. Sie hat mich mit offenen Armen empfangen und ich war einmal nicht widerspenstig und habe mich umarmen lassen. Und immer noch becirct sie mich mit ihren Gegensätzen und Möglichkeiten. Sie hat mich einen Traum erfüllen lassen, nämlich ein Festival für europäische Frauenstimmen, die Berliner Feminale. Diese Idee hatte ich vor etlichen Jahren, wohl geprägt von meiner Liebe zu Europa und zu weiblichen Stimmen.. In Berlin fand ich sowohl die passende Kooperationspartnerin, als auch die perfekte Location für dieses (noch) kleine, aber feine Festival. Und da ich eine Träumerin bin, hoffe ich, bleibe ich, atme, singe und lache ich weiter.

stellaahangi.de

Photo taken at Stella’s apartment, Spandau, July 2016

© petrov ahner

CHTO-Camille de Toledo, Autor, Künstler & Kurator

CHTO-Camille de Toledo, Autor, Künstler & Kurator

CHTO-Camille de Toledo, Autor, Künstler & Kurator

Damn it ! You ask me why I moved to Berlin ? There are so many reasons, I could write a whole novel actually. Surely also my three kids would enjoy it, since they asked, when we left lovely, elegant Paris a couple of years ago. And yet, I don’t know, it seems unnecessary to explain. You just have to live here for a while, I guess you get the answer then. Of course, there is the German language, that makes you feel like a Syrian refugee for a while, I mean, it kind of leaves you there, on the side-walk, under a rain of grammatical guilt. But, hey, who will not be a refugee in the future anyhow ?

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