Helmut Lorscheid, Journalist

Helmut Lohrscheid, Journalist

Helmut Lorscheid-Journalist

Mit und in Berlin lebe ich seit 33 Jahren. 1980 war ich Redakteur des linken Zeitungsprojekts „Die Neue“ die wiederum aus dem „Berliner EXTRAdienst“ in Berlin und dem Dritte Welt-Magazin in Bonn hervorging. Dieses Projekt, in der traditionellen Linken verhaftet,
überlebte nur knapp vier Jahre. Seit 1982 bin ich als Freier Journalist tätig, Mitglied der Bundespressekonferenz – in Bonn und in Berlin. Ich lebe in Bonn, im beschaulichen Stadtteil Oberkassel und in Berlin dort, wo am 1. Mai schon mal die Luft von Polizisten mit allerlei Reizstoffen versaut wird. Dort wo derzeit der Kapitalismus in Form einiger spezieller Vertreter der Immobilienwirtschaft, seine hässliche Fratze zeigt – in 10997 Berlin. Ich lebe in zwei Welten, zwei Heimatstädten.

Denn eines ist für mich klar, ich bin (auch) Berliner, wenn auch nur mit zweitem Wohnsitz. So sehe ich mit Wut, Sorge und Wehmut, was hier mit der Kulturszene in Berlin passiert. Trotz all der Europa- Bundes und ein wenig Berliner Gelder.– Die alternative Kulturszene – stets und überall, – der Humus aus dem die Kultur wächst. Diese Kulturszene wird systematisch verjagt. Die Räumung des Tacheles durch die marode HSH-Nordbank ist dafür das bekannteste, aber leider nicht das einzige Beispiel. Das Kunsthaus wurde von den verantwortlichen, aber leider unverantwortlich handelnden Politikern wie Olaf Scholz, (Hamburg) und Klaus Wowereit in seinem Kampf gegen die HSH-Nord Bank verraten. Olaf Scholz als Erster Bürgermeister des Mehrheitseigners dieser Pleite-Bank hätte das Tacheles erhalten können. Ähnlich ergeht es zahlreichen, weniger bekannten Kunstprojekten in Berlin. Und das tut mir in der Seele weh. Deshalb ist es wichtig, die noch bestehenden Zentren des künstlerischen Lebens zu schützen und zu bewahren. So etwa das Kunstquartier Bethanien, mit seinem „Kunstraum Kreuzberg” – beheimatet im gleichnamigen ehemaligen Krankenhaus am Mariannenplatz.

telepolis.de

photo taken at Bethanien/Kreuzberg, April 2013

© petrov ahner

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